Schwammstadt-Nachrichten für Freiburg – und darüber hinaus 

Systematischer Vandalismus gegen das Freiburger Schwammstadt-Modell auf dem Augustinerplatz 

Seit Anfang August 2025 wird jede Nacht unser Schwammstadt-Modell ein Stück mehr zerstört. Zuerst wurden alle Holzhäuschen, die die Bebauung symbolisieren, aus ihrer Verschraubung gerissen. Danach wurden mehr und mehr Pflanzen aus den Pflanzeimern herausgerissen, die jungen Bäumchen abgeknickt und Hinweisschilder abgerissen. Bei dem Vandalismus handelt es sich nicht um eine einmalige Bierlaune. Weil der Vandalismus jede Nacht praktiziert wird, ist ein systematisches und geplantes Vorgehen anzunehmen. 

Zum Auftakt der Vandalismusserie ab Anfang August 2025 wurden alle Häuschen abgerissen. Anschließend wurden die „Baumstämmchen“ umgeknickt. 

Die Polizei geht davon aus, dass beim Stellen einer Strafanzeige die 

Staatsanwaltschaft das Verfahren wegen Geringfügigkeit einstellen wird: „Wenn da ein paar Grashalme geknickt werden, ist das ja nicht die Welt!“ Was ist Eure Meinung? Sollen wir trotzdem eine Anzeige stellen – und dabei betonen, dass es  nicht nur um eine »normale« Sachbeschädigung geht, sondern dass hinter dem destruktiven Vorgehen eine politische Absicht zu stehen scheint. 

Dem Vorschlag, nachts eine eh in der Innenstadt verkehrende Streife gelegentlich auch über den Adelhauserplatz (zwecks möglicher Abschreckung) fahren zu lassen, konnte man im zuständigen Polizeirevier Nord nichts abgewinnen – Begründung: „Wir sind bis zum Anschlag zu.“ Umso besser wäre es, dass Ihr nächtens gelegentlich mal auf dem Augustinerplatz vorbeischaut, falls Ihr  zu später Stunde eh in der Innenstadt zu tun habt. 

Das „grüne Zimmer“ auf dem Platz der Alten Synagoge wird sehr gut angenommen – leidet aber wie der gesamt Platz unter Vermüllung. Jeden Morgen müssen die MitarbeiterInnen des Abfallwirtschaftsbetriebs Pizzaschachteln und anderen nächtlich hinterlassenen Müll abräumen. Die Stadt hat das „grüne Zimmer“ nur zeitlich begrenzt gemietet. Könnte dern Platz des „grünen Zimmers“ von unserem Schwammstadt-Modell eingenommen werden? 

Sollen wir uns bei Stadt um eine Genehmigung bemühen, mit dem SchwammstadtModell auf den Platz der Alten Synagoge (PdAS) umzuziehen? Dort gibt es nachts auf Grund der höheren Frequentierung möglicherweise mehr „Soziale Kontrolle“. 

Demgegenüber ist auf dem Adelhauserplatz nachts „tote Hose“ Das Modell könnte auf dem PdAS das „Grüne Zimmer“ ersetzen, das die Stadt für 10.000 Euro für einige Wochen gemietet hat. Im Hinblick auf die Totalversiegelung käme auch der Europaplatz aus Ausweichstandort in Frage. Was meint Ihr. Und wer wäre überhaupt bereit, sich bei einem nochmaligen Umzug zu engagieren. (Zur  Erinnerung an den ersten Umzug am 7. Nov. 2024 vom Rathausplatz auf dem Adelhauserplatz der Link zum schönen TV-Beitrag: https://www.baden-tv-sued.com/mediathek/video/fahrradkorso-transportiertschwammstadt-modell-zu-neuem-standort-in-freiburg/) 

Der Freiburger Europaplatz ist maximal versiegelt. Könnte sich unser Schwammstadtmodell im Kontrast dazu gut machen? 

In ganz anderer Größenordnung als gegenüber unserem Schwammstadtmodell wird Vandalismus derzeit in Hessen gegenüber Bäumen ausgeübt – sowohl innerstädtisch als auch in der freien Flur werden Bäume systematisch mit dem „Unkrautvernichtungsmittel“ Glyphosat vergiftet. Näheres dazu in der nachstehenden Notiz aus unserem BBU-WASSER-RUNDBRIEF Nr. 1240 … 

Baumzerstörender Vandalismus  in Hessen immer schlimmer 

Große und vitale Bäume spielen eine Hauptrolle bei der Klimaanpassung. Bäume mit eindrucksvollem Kronenvolumen (2.000 Kubikmeter und mehr!) spenden nicht nur Schatten. Große Bäume verdunsten an heißen Sommertagen 300 Liter Wasser und wirken mit ihrer Verdunstungskühlung in zunehmend heißer werdenden Innenstädten wie eine Klimaanlage. Umso schlimmer, wenn solche Bäume systematisch vergiftet werden, um sie zum Absterben zu bringen. Seit Monaten läuft in Hessen eine gezielte Vergiftungsaktion. Altehrwürdige Stadtbäume werden systematisch angebohrt. In die Bohrungen wird das Herbizid Glyphosat gekippt. Bemerkt wird der Baumfrevel erst dann, wenn das Blattwerk anfängt zu welken. Dann ist es trotz großzügiger Bewässerung zu spät, um den sabotierten Baum noch zu retten. Angefangen hat das in Frankfurt, wo zwei imposante Platanen so vergiftet waren, dass sie im Juli 2025 nur noch gefällt werden konnten. Die AnwohnerInnen des betroffenen Merianplatzes hatten mit einer Trauerkundgebung Abschied von den liebgewonnenen Bäumen genommen. Mehr dazu in einem Beitrag der HESSENSCHAU unter https://www.hessenschau.de/panorama/vergiftete-platanen-am-merianplatz-infrankfurt-wurden-gefaellt-v4,vergiftete-platanen-in-frankfurt-gefaellt-100.html In der Folge wurde die gezielte Vergiftung von zehn Bäumen im südhessischen Riedstadt bekannt – u.a. die in der Region bekannte Karl-Spengler-Eiche, die gut 200 Jahre alt war und den Status als historisches Naturdenkmal hatte: Mehr dazu in einem TAGESSCHAU-

Beitrag vom 24.07.25 unter https://www.tagesschau.de/inland/regional/hessen/hr-erneut-baeume-vergiftet-jetztauch-historische-eiche-in-riedstadt-100.html

In dem Beitrag wird auf weitere Vergiftungsaktionen im Sommer 2025 aufmerksam gemacht: So wurde aus der Stadt Limburg die Vergiftung mehrerer Bäume gemeldet. Weiterhin ist eine Platane in Butzbach (Wetterau) „offenbar mutwillig vergiftet worden“. Zeitgleich habe die Stadt Großkrotzenburg berichtet,  

„dass in letzter Zeit vermehrt Schäden an jungen Bäumen im Stadtgebiet entdeckt worden seien. Auch hier geht man von mutwilligen Attacken aus, da „mechanische Beschädigungen“ an den Bäumen festgestellt wurden, über die vermutlich „chemische Substanzen“ in den Stamm gelangt seien.“ 

Zu den juristischen Folgen des Baumfrevels heißt es in dem tagesschau-Bericht: 

„Nach dem Strafgesetzbuch ist die vorsätzliche Schädigung oder Tötung von Bäumen eine Sachbeschädigung, die mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren geahndet wird.“ 

Einen 3,5-Minuten-Bericht des ZDF über die Baummord-Serie in Hessen gibt es unter. 

https://www.zdfheute.de/video/hallo-deutschland/giftanschlaege-baeume-riedstadthessen-100.html?utm_source=firefox-newtab-de-de

Wenn unsere LeserInnen „vergiftete Bäume“ in eine Suchmaschine eintippen, werden noch zahlreiche weitere Taten von Baumhassern quer durch die Republik angezeigt.  🙁 

Gespräch mit einem Kritiker des  Schwammstadt-Modells am 12. Aug. 

Am 1. Juli wurde uns via E-Mail folgendes mitgeteilt: 

„Liebe Schwammstadt, bitte nicht die Plätze verschandeln und das Unkraut im häßlichen Kübel wieder abbauen. Danke. – Viele Grüße Stephan“  

Mit Herrn RA Stephan Kröger wurde ein Gesprächstermin für den 12. Aug. (Di.) um 11 Uhr auf dem Adelhauserplatz vereinbart. Wer an den Argumenten von Herr Kröger interessiert ist, kann gerne dazu kommen. 

Schwammlandschaften im Südlichen Breisgau?  Infotermin am 12. Aug. in Grunern 

Am 4. Nov. 2024 wurde in Heitersheim einer der größten Bewässerungsverbände in Ba.-Wü. gegründet. Das Bewässerungswasser für die Landwirtschaft (u.a. 

Tabakanbau!) soll aus einem Baggersee bei Hartheim abgepumpt werden. Die Umwelt- und Klimaschutz-Initiativen in der Region haben vorgeschlagen, dass flankierend dazu die Einzugsgebiete von Neumagen und Möhlin bis hoch in den 

Schwarzwald sukzessive zu wasserspeichernden Schwammlandschaften 

„umgebaut“ werden. Dazu könnte auch die derzeit im vorgesehenen 

Bewässerungsareal (ca. 1000 ha) laufende Flurneuordnung  genutzt werden. Die Flurneuordnung im Sinne der Klimaanpassung ist auch ein Vorhaben des badenwürttembergischen Landwirtschaftsministeriums – siehe: 

https://mlr.baden-wuerttemberg.de/de/unser-service/presse-undoeffentlichkeitsarbeit/pressemitteilungen/pressemitteilung/pid/klimafolgenanpa ssung-durch-flurneuordnung

Für das Bewässerungsgebiet und die gesamte Staufener Bucht ist ein 

Grundwassermodell erstellt worden. Über das Grundwassermodell wird es einen Infotermin im Dorfcafe Grunern ab 18:30 geben. Dabei kann auch diskutiert werden, welche Chancen sich für „Schwammlandschaften“ in der Staufener Bucht bieten. 

„ARD Story“ am 13. August (Mi.), 22:50 Uhr:  „Zugepflastert – Wie retten wir unsere Städte vor dem Hitzekollaps?““ 

Wer von Euch noch lineares TV schaut, kann am Mi. dieser Woche die  Doku des 

SWR „Zugepflastert – Wie retten wir unsere Städte vor dem Hitzekollaps?“ um 22:50 Uhr im Ersten anschauen (und ab 8 Uhr am selben Tag schon vorab in der ARD Mediathek). Im Pressetext zu dieser Doku heißt es u.a.: 

Deutschland ächzt unter der Hitze – und pro Tag verschwinden mehr als 20 Hektar kühlende Grünfläche unter Asphalt und Beton. Die Versiegelung und die damit verbundene Aufheizung der Städte ist für ihre Bewohner:innen mit hohen 

Gesundheitsrisiken verbunden. Die „ARD Story: Zugepflastert – Wie retten wir unsere Städte vor dem Hitzekollaps?“ sucht nach verloren gegangenen Grünflächen in Deutschland, erstellt neue Datenanalysen und begleitet einen Mannheimer Pflegedienst an Hitzetagen.  

Deutschlands Städte heizen immer mehr auf: Denkmalgeschützte Flächen wie der historische Marktplatz in Helmstedt, Niedersachsen dürfen nicht entsiegelt werden. © 

SWR/Ingo Mende 

Bepflanzungen könnten Städte vor dem Hitzekollaps retten  

Aufgeheizter Asphalt und Beton werden zunehmend zum Problem in deutschen 

Städten. Die Lösung für das Hitzeproblem ist bekannt: Bis zu zehn Grad können 

Bäume die Städte herunterkühlen. Ob Unternehmen mit großen Werksgeländen, 

Schulhöfe, Parkplätze: Eine entsprechende Bepflanzung dieser Flächen könnte 

Städte also vor dem Hitzekollaps retten. Die Filmemacherinnen Gesine Enwaldt und 

Melanie Stucke machen sich in der Doku auf die Suche nach dem an Asphalt und 

Beton verloren gegangenen Grün und setzen gemeinsam mit dem Transparenzportal 

„FragDenStaat“ und dem Karlsruher Institut für Technologie eine große 

Datenrecherche auf: Die Forschenden nehmen mit Köln, Mannheim, Stuttgart, Braunschweig, Hannover und Frankfurt (Main) sechs besonders versiegelte und besonders heiße Städte unter die Lupe und dokumentieren, welchen Anteil dort Bäume am Stadtbild haben. 

Hitze als Gesundheitsrisiko für Menschen  

Außerdem begleiten die Autorinnen den Mannheimer Pflegedienstleiter Ilyas Demiroglu, der an Hitzetagen dafür sorgt, dass seine Patient:innen den Sommer überstehen. Dabei setzt die Hitze auch dem Vierunddreißigjährigen zu. Mithilfe modernster Messtechnik dokumentiert der Film, wie sich Arbeitstage bei extremer Hitze konkret im Körper von Ilyas Demiroglu auswirken..  

Mehr Infos zum Thema unter: https://1.ard.de/zugepflastert Informationen, kostenloses Bildmaterial und weiterführende Links unter: http://swr.li/zugepflastert-wie-retten-wir-unsere-staedte-vor-dem-hitzekollaps Und noch viel mehr Links zu weiteren TV-Filmen über Klimakollaps und Klimaanpassung gibt es unter: 

https://www.swr.de/specials/zugepflastert/index.html Es lohnt sich, da mal reinzuschauen! 

Transportabel: Das Vorgarten-Modell in Bad Krozingen zeigt die Kombination von schwammstadt-tauglicher Bepflanzung mit Solarstromgewinnung

Bad Krozingen: Fahrbares Modell  für den idealen Schwammstadt-Vorgarten 

Um in Bad Krozingen die BesitzerInnen von Gebäuden dazu zu animieren, ihre 

Vorgärten im Sinne der Schwammstadt  umzumodeln, hat der dortige Arbeitskreis 

Klimaschutz (AKK) einen mobilen Anhänger so umgerüstet, dass er als Anschauungsobjekt für gelingenden Klimaschutz im Vorgarten und auf dem Dach dienen kann. Der Autoanhänger ist nicht nur mit trockenresistenten Pflanzen bepflanzt worden – zusätzlich gibt es eine PV-Anlage. Der Demo-Anhänger wird jetzt zweimal in der Woche an wechselnden Plätzen in Bad Krozingen gezeigt. MitarbeiterInnen des AKK stehen jeweils zur Beratung bereit. Mehr dazu gibt es mit zahlreichen Fotos in einem Bericht der BADISCHEN ZEITUNG anlässlich der Einweihung des Modells am 4. Juli auf dem Bahnhofsvorplatz in der Kurstadt: 

http://www.badische-zeitung.de/wie-man-rund-ums-eigene-haus-wasserspeichern-und-stromkosten-sparen-kann(Zahlschranke) 

Wie grün wird die Freiburger Innenstadt? 

Im Rathausinformationssystem (RIS) findet Ihr im „Kalender“ bei der 

Gemeinderatssitzung am 29. Juli 2025 unter dem Tagesordnungspunkt 13 als Gemeinderats-Drs. G-25/134 das „Strategiekonzept Freiburger Innenstadt“ (rd. 100 S.). Das Strategiekonzept ist vom Gemeinderat mit zwei Gegenstimmen der AfD einvernehmlich verabschiedet worden. In dem Konzept wird festgestellt, dass es für „die gesamte Innenstadt prägend“ sei, dass sie „gemäß dem historischen Vorbild großflächig versiegelt und lediglich geringfügig durchgrünt“ sei. Der „hohe Versiegelungsgrad“ wird bezüglich mehrerer Teilräume in der Innenstadt als „Herausforderung“ bezeichnet.  

Im letzten Jahr hatte uns das Grünflächen- und Tiefbauamt angekündigt, dass im Frühjahr 2025 ein Begrünungskonzept für die Innenstadt vorgelegt werden soll. 

Dazu heißt es im jetzt vom Gemeinderat verabschiedeten  „Strategiekonzept 

Freiburger Innenstadt“, dass das „Langfristige Konzept zur Verbesserung der Begrünungs- und Aufenthaltsqualität in der Innenstadt“ das Ziel habe,  

„die Freiburger Innenstadt mit begrünten Freiräumen und schattigen 

Aufenthaltsplätzen aufzuwerten und zeitgemäß an die zunehmenden Hitzesommer anzupassen. Das Konzept soll für die kommenden Jahrzehnte die Standorte für Bäume, Sitzplätze und qualitätsvolle grüne Aufwertungen definieren und sichern. 

Als eine erste Umsetzungsmaßnahme werden sogenannte „Bauminseln“ – schattige Sitzplätze unter Bäumen – entlang der Kaiser-Joseph-Straße und an einigen angrenzenden Plätzen schon ab 2025 realisiert. Diese sind Teil der „Kampagne Grünoasen“ und sollen den zukunftsgewandten Weg zu einer grüneren und kühleren Stadt anbahnen.“ 

An anderer Stelle heißt es, dass das Konzept das Ziel habe, „die Freiburger Innenstadt mit begrünten Freiräumen und schattigen Aufenthaltsplätzen aufzuwerten und zeitgemäß an die zunehmenden Hitzesommer anzupassen“. 

Ferner wird ausgeführt: 

„Da innerstädtische Flächen jedoch knapp bemessen sind, gilt es, bestehende und kommende Nutzungsanforderungen abzuwägen und neu zu ordnen, um langfristig Flächen für Begrünung und Freiraum sicher zu stellen. Das Begrünungskonzept soll 2025 abgeschlossen werden und für die kommenden Jahrzehnte die Standorte für Bäume, Sitzplätze und qualitätsvolle grüne Aufwertungen definieren und sichern.“ 

Das „Langfristige Konzept zur Verbesserung der Begrünungs- und 

Aufenthaltsqualität in der Innenstadt“ befinde sich weiterhin in Bearbeitung. 

Im Kapitel „Maßnahmen zur Klimaanpassung konsequent angehen“ heißt es u.a.  

„Die Innenstadt mit ihren mittelalterlichen Strukturen ist großflächig versiegelt und lediglich geringfügig durchgrünt. Einer weiteren Ausdehnung des bestehenden Hitze-Hotspots „Altstadt“ ist verstärkt durch Maßnahmen der Klimaanpassung sowohl im öffentlichen, als auch im privaten Raum entgegenzuwirken. Mit klimawirksamer Vegetation, offenen Bodenflächen und Bewässerung aus Regenwasser wird eine Hitzeentlastung durch Verdunstungskühle erreicht. Für diese sogenannten blau-grünen „Schwammstadt-Maßnahmen“ sind kleinste bis größere Flächen auf Straßen, Plätzen und Höfen zu entsiegeln und zu begrünen. Auch Gebäudebegrünung ist eine wirksame Maßnahme und ggf. mit dem Denkmalschutz abzustimmen. Für Klimakomfortplätze sind auch Wasserelemente wie die Bächle, Brunnen oder Fontänenfelder einzubeziehen. 

Öffentliche Räume mit Potenzial als klimawirksame Erholungsflächen sowie private Quartiere mit klimawirksamem Baumbestand oder mit Defiziten als „Suchräume für Entsiegelung und Begrünung“ sind in der Karte „Maßnahmenplan“ des Klimaanpassungskonzeptes Hitze der Stadt Freiburg (Anlage 6.5) dargestellt. Die Grünflächen Colombipark und Alleegarten sind klimawirksam aufzuwerten. Die nächst gelegenen großen Entlastungsflächen liegen außerhalb der Innenstadt am Schlossberg und entlang der Dreisam und sind im Rahmen von Entwicklungen (Stadttunnel) besser anzubinden. Im Sinne einer Multicodierung von Flächen lassen sich blau-grüne Maßnahmen mit weiteren Nutzungen zur Attraktivierung und Schaffung von Aufenthaltsqualität kombinieren. 

Prüfaufträge (!) für das Grün- und Freiraumsystem, die Stadt- und Gebäudestruktur und die Mobilitätsflächen für die Innenstadt listet das KLAK Hitze auf S. 160 auf. Darüber hinaus geben die Schwammstadt-Maßnahmen und Handlungskulissen des Klimaanpassungskonzeptes Regenwasser konkrete Planungshinweise (!) für eine wassersensible Entwicklung von Freiräumen und bebautem Raum.“ 

Es wird also ebenso wie in der Klimaanpassungsstrategie wiederum nicht dargelegt, was konkret gemacht wird (einschl. Umsetzungsfahrplan), sondern dass es sich um „Prüfaufträge“ und „Planungshinweise“ handelt. Was tatsächlich umgesetzt werden soll/kann, bleibt bis auf weiteres offen. (Interessant ist, dass einmal mehr auf den gigantisch teuren und den in weiter Ferne liegenden Stadttunnel als Möglichkeit zur Schaffung von einer besseren Verbindung von Innenstadt zum Grünraum entlang der Dreisam verwiesen wird.) 

Tatsächlich stattfindende Aktivitäten werden mit folgendem Hinweis vorgespiegelt: 

„Umsetzungen im öffentlichen Raum werden bereits im Rahmen der laufenden Förderprojekte „Kühlende Erholungsräume“ (Anlage 6.6) und „Grün-Oasen“ geplant (!). Eine Übersicht über weitere Maßnahmen und geplante (!) Umsetzungen nennt der Aktionsplan 

Klimaanpassung (Anlage 6.7).“ 

Einzig für die Rathausgasse werden halbwegs konkrete Maßnahmen benannt: 

„Mit der Rathausgasse steht aktuell bereits eine erste Aufwertung an. Die Sanierung umfasst eine Erneuerung des Straßenbelags, Blindenführung und den Einbezug von Begrünung. Wichtig für die Aufwertung der Freiräume in der Innenstadt ist die städtische Kampagne „Grünoasen“, Kampagne, welche eine Idee der Händlervereinigung Herzschlag e. V. aufgreift. Im Rahmen des Projektes werden in den nächsten fünf Jahren kontinuierlich einzelne Freiräume im Stadtgebiet durch Baumpflanzungen und Begrünungen sowie die Schaffung von Aufenthaltsplätzen aufgewertet und an die zunehmenden Hitzesommer angepasst. Eine der ersten Maßnahmen werden Pflanzkübel mit Sitzgelegenheiten im Bereich der Kaiser-Joseph-Straße sein.“ 

Für den öden Busabstellraum am Karlsplatz werden ebenfalls 

Begrünungsmaßnahmen in Aussicht gestellt: Genannt werden mögliche „Gestaltungselemente wie Begrünung, Wege, Entsiegelung (wasserdurchlässige 

Bodenbeläge), Verschattung und Möblierung.“ Auch für das Sedanviertel wird eine Perspektive mit mehr Grün und mehr sozialen Kontakten im Stadtteil angegeben: 

„Begrünung und Sitzgelegenheiten auf heutigen Parkierungsflächen bieten das Potenzial auch in gewachsenen Strukturen neue Nachbarschaftstreffpunkte zu etablieren.“ 

Insgesamt kann man sich nicht ganz des Eindrucks erwehren, dass die 

Stadtverwaltung viel schön gestaltetes Papier von sicherlich nicht billigen Fachbüros produzieren lässt und dass dahinter das Motto steht: »Was man alles Tolles machen könnte, wenn man denn wollte«. Wir vermissen aber den finalen Umsetzungswillen, was aber wohl nicht nur an der Verwaltung, sondern auch am Stadtrat und der Stadtgesellschaft insgesamt liegt. 

Bemerkenswert ist, dass sich die Stadt in dem „Strategiekonzept“ für die Freiburger Innenstadt zur „Offenheit“ gegenüber unkonventionellen Ideen bekennt: 

„Eine grundsätzliche Offenheit gegenüber neuen, bisher nicht bekannten Ideen und Konzepten sollte sich die Stadt Freiburg dabei ebenso bewahren. Planerische Herausforderung ist hierbei, wiederkehrende und erkennbare, qualitätsvolle Gestaltungsprinzipien mit einer grundsätzlichen Offenheit gegenüber neuen, bisher nicht bekannten Ideen und Konzepten zu kombinieren.“ 

Bereits bei der Verabschiedung der Freiburger Klimaanpassungsstrategie im März 2025 hatte der Gemeinderat der Verwaltung empfohlen, mehr Bürgerbeteiligung bei der Umsetzung an den Tag zu legen. Es fällt diesbezüglich auf, dass bei der Erstellung des „Strategiekonzepts Freiburger Innenstadt“ die organisierte Zivilgesellschaft (hier die Freiburger Klima- und Umweltschutzverbände und – gruppierungen) erneut außen vor geblieben ist.  

Den wertvollen Baumbestand in der Innenstadt schützen und bewahren! 

Wenn wir zu einer Beteiligungsrunde eingeladen worden wären, hätten wir beispielsweise Bezug auf die Feststellung in dem Konzept nehmen können, dass es in der Innenstadt – wegen der dichten Bebauung –  vergleichsweise wenig Bäume gibt. Umso wichtiger ist es für uns, zumindest alles zu unternehmen, um diesen raren – und deshalb besonders wertvollen – Baumbestand zu bewahren. Denn in Zeiten der Klimakrise nimmt die Lebenserwartung der Stadtbäume ständig ab, wenn sie nicht gut mit Wasser versorgt werden. Wir hätten deshalb an unsere beiden Vorschläge im Freiburger Beteiligungshaushalt 2024 erinnern können – nämlich zum einen eine Fassadenbegrünungsoffensive zu starten und zum anderen das Ablaufwasser der Freiburger Laufwasserbrunnen in Dürreperioden zur Bewässerung der umstehenden Bäume zu nutzen. Das wäre beispielsweise am Adelhauserplatz und am Rathausplatz möglich. Unser beiden Vorschläge unter: 

  • https://mitmachen.freiburg.de/stadtfreiburg/de/mapconsultation/59537/single/p roposal/2687(Fassadenbegrünungsoffensive) 
  • https://mitmachen.freiburg.de/stadtfreiburg/de/mapconsultation/59537/single/p roposal/2702 (Nutzung von Brunnenwasser für Baumbewässerung) 

(Bliebe anzumerken, dass es zu diesen beiden Vorschlägen keinerlei Resonanz aus dem Rathaus und dem Gemeinderat gab.) 

Parents for Future für Hitzeschutzmaßnahmen  im Stadtteil Weingarten 

Am 8. Aug. 2025 haben sich BewohnerInnen des „sozial benachteiligten“ Stadtteils Weingarten und VertreterInnen der Parents for Future im „Forum Weingarten“ getroffen. Thema des Meetings: Welche Hitzeschutzmaßnahmen sind in Weingarten denkbar und realisierbar. Mehr dazu in den nächsten SCHWAMMSTADT-NACHRICHTEN 

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