Schwammstadt-Nachrichten für Freiburg – und darüber hinaus 

Die nächsten Schwammstadt-Termine: 

Freitag 10.10.:  

Was gibt es Neues in der Schweiz? Schwammstadt-

Initiativen in der Eidgenossenschaft 

Vielleicht erinnert sich die eine oder der andere von Euch noch an unsere Schwammstadt-Veranstaltung im März 2024 in der Katholischen Akademie. Damals hatte uns TANJA ZÜRCHER über die 0,5-Prozent-Idee der Klimaschutz-Initiativen in schweizerischen Kommunen informiert: Die Städte sollen sich vornehmen, jährlich 0,5 Prozent des öffentlichen Straßen- und Parkplatzraumes zu entsiegeln, um diese Flächen für Schwammstadt-Maßnahmen bereit zustellen.  

Am Freitag um 14 Uhr treffen wir uns mit TANJA ZÜRCHER in Basel im Badischen Bahnhof, um zu erfahren, was sich in den letzten eineinhalb Jahren „schwammstadtmäßig“ in den hierfür maßgeblichen Kommunen in der Schweiz getan hat.  

Wer hat kurzfristig Zeit, Interesse und Lust, am Freitag mit nach Basel zu reisen (Frbg. ab: 12:42, RB 27)? 

Montag nächster Woche (13.10.), 18 bis 20 Uhr: 

Freiburg auf dem holprigen Weg zur Schwammstadt 

Im Rahmen der neuen Vortragsreihe des regioWASSER-Vereins wird NIKOLAUS GEILER darüber berichten, wie Freiburg auf dem Weg zur Schwammstadt voran kommt – und was die Hemmnisse und Hürden sind – und wie wir sie vielleicht gemeinsam überwinden können. Braucht es auf dem Weg zur Schwammstadt Maßzahlen, Meilensteine und ein Controlling? Oder funktioniert das in der Kommunalpolitik gar nicht? 

Die Vortrags- und Diskussionsveranstaltung wird in Universität Freiburg KG I, HS 1016. Platz der Universität 3 (Eingang rechts vom Platz der alten Synagoge, erster Raum auf der linken Seite) stattfinden. Die Veranstaltung ist kostenfrei.  Die nächsten Termine in der regioWASSER-Vortragsreihe: 10.11., 08.12.2025, 

12.01. und 02.02.2026. 

Aktion der „Omas & Opas for Future“ und befreundeter Organisationen im letzten Sommer  zur Entsiegelung an der Ecke Urachstraße/Hildastraße. (Foto: regioWASSER 2024) 

Entsiegelung am Alten Bahnhof Wiehre  am 31. Oktober 2025 

Im letzten Jahr hatten sich die  „Omas/Opas for Future“ sehr engagiert, um die Stadt dafür zu gewinnen, am Alten Bahnhof an einer Straßenecke die viel zu breite Asphaltfläche aufzubrechen und zu entsiegeln. Nach mehrmaligem Nachhaken bei der Stadt und der Überreichung einer Unterschriftenliste an die Stadt ist jetzt zugesagt worden, dass diese Fläche  im Zuge von „Freiburg packt an“ entsiegelt werden soll! Auf dem Areal soll voraussichtlich eine Sitzbank aufgestellt und die entsiegelte Fläche zunächst mit einem Kräuterrollrasen belegt werden. Ferner steht in Aussicht, dass auch Stauden angepflanzt werden. Der „Spatenstich“ zur Entsiegelung soll am 31.10. um 10 Uhr in Gegenwart des Freiburger Baubürgermeisters, Prof. Martin Haag, stattfinden. Nach anderen Infos soll auch der Oberbürgermeister Martin Horn vertreten sein.  

Die „Omas & Opas for Future“ freuen sich schon jetzt über zahlreiche Gäste! 

„Wassermanagement im urbanen Raum“  am 25. und 26. November 2025. 

Es ist kaum anzunehmen, dass jemand von Euch 2.000 Euro (!) übrig hat, um an einer zweitägigen Fortbildungsveranstaltung des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW) zum „Wassermanagement im urbanen Raum“ teilzunehmen. Aber ein Blick ins Programm der Veranstaltung könnte gleichwohl interessant sein, um zu erfahren, welche Schwammstadt-Maßnahmen in der professionellen Wasserszene angesagt sind. In der Veranstaltungsankündigung heißt es: 

Urbane Räume stehen zunehmend unter Druck: Starkregen, Trockenperioden und die fortschreitende Versiegelung stellen Städte und Gemeinden vor komplexe Herausforderungen im Umgang mit Wasser. Wie kann eine zukunftsfähige Wasserstrategie aussehen? Welche Potenziale bietet eine klimaresiliente Stadtentwicklung für die Wasserwirtschaft? 

Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der Online-Fachveranstaltung  

„Wassermanagement im urbanen Raum“ am 25. und 26. November 2025. 

Was Sie erwartet:

  • Fachvorträge von Expertinnen und Experten aus Wasserwirtschaft, Stadtplanung und Forschung 
  • Best-Practice-Beispiele aus Kommunen und Unternehmen  
  • Innovative Ansätze für Regenwassermanagement, urbane Infrastruktur und Digitali-sierung  
  • Interaktive Formate zum Austausch und zur Vernetzung mit Fachkolleg:innen  

Die Standortfrage für unser Schwammstadt-Modell 

Wir sollten uns Gedanken über den Standort des Schwammstadt-Modells machen.  Auf dem Adelhauserplatz kommen überwiegend nur die Menschen vorbei, „die eh schon katholisch sind“ und nicht mehr überzeugt werden müssen. Die Zahl der im Sommer zahlreichen TouristInnen nimmt im Herbst auch stark ab. Nachdem das Modell jetzt ein Jahr auf dem heimeligen Adelhauserplatz steht, geht die Breitenwirkung deutlich zurück. Bereits in den letzten SCHAMMSTADT-NACHRICHTEN ist vorgeschlagen worden, bei der Stadtverwaltung mal nachzufragen, ob wir auf den Platz der Alten Synagoge (PdAS) oder auf den Europaplatz beim „Siegesdenkmal“ umziehen können. Einer der dabei zu berücksichtigenden Aspekte: Der Vorteil des Standortes auf dem Adelhauserplatz ist in der Abschattung durch die großen Kastanien zusehen – so dass in heißen Sommertagen weniger gegossen werden muss.

Auf dem PdAS oder dem Europaplatz würde das Modell an vielen Tagen in der prallen Sonne stehen, so dass der Gießaufwand beträchtlich steigen würde. Weitere zu berücksichtigende Aspekte für einen Umzug sind bereits in den letzten Schwammstadt-Nachrichten erwähnt worden. Wer hat eine Meinung zu einem eventuellen Umzug? 

Schwammstadt-Maßnahmen im Stadtteil Weingarten 

Der in den 60er und 70er Jahren errichtete Stadtteil Weingarten im Freiburger Westen ist in die Jahre gekommen. Die Gebäude werden sukzessive modernisiert. Auch die Grünanlagen im Stadtteil sollen jetzt optimiert werden – durchaus auch unter den Aspekten der Klimaanpassung und der Schwammstadt (siehe die entsprechenden 

Infos in der letzten Ausgabe der SCHWAMMSTADT-NACHRICHTEN.) Dazu hat diese Woche in Weingarten ein Beteiligungsworkshop des Grünflächenamtes stattgefunden. Im Nachklapp zu dem Partizipationstermin hat Nikolaus Geiler folgenden Brief unter dem Betreff „Baumerhalt bei der Renaturierung des Dorfbachs im Abschnitt Weingarten“ an das Grünflächenamt geschickt: 

Guten Tag Frau Müller, 

vielen Dank für Ihre Veranstaltung zur BürgerInnenbeteiligung bei der Optimierung der Grünflächen in Weingarten am gestrigen Montagabend! Danke auch für Ihre souveränen Vortrag und die Einführung in die Thematik! Allerdings war die Veranstaltung mit vier Durchgängen beim Weltcafe zu lange geplant. Nach dem ersten Durchgang ist die Teilnahmezahl schon stark abgebröckelt. 

Ich hatte Sie schon kurz nach der Veranstaltung „OB vor Ort“ im Hinblick auf die von Ihnen angekündigte Renaturierung des Dorfbachs angesprochen. Das Anliegen des regioWASSER e.V. wäre, dass man bei dieser Renaturierung nicht den Fehler bei der Renaturierung des Haslacher Dorfbaches westlich der Staudinger Gesamtschule wiederholt. Dort wurden „die im Weg stehenden Bäume“ entlang des Baches einfach abgeholzt – siehe:  

https://www.badische-zeitung.de/renaturierung-mit-der-motorsaege

Wir schlagen vor, dass Sie die PlanerInnen beauftragen, die Revitalisierung des Dorfbaches so zu konzipieren, dass die am Ufer stehenden Bäume erhalten bleiben. Da das Kronenvolumen in der Summe der Freiburger Stadtbäume eher ab- als zunimmt, sollte jeder Stadtbaum möglichst erhalten werden. Eine Abholzung der Bäume entlang des Dorfbaches im Abschnitt Weingarten wäre unseres Erachtens kontraproduktiv zum Revitalisierungsgedanken! 

An unserem Tisch wurde gestern Abend u.a. über folgende Vorschläge diskutiert: 

Generell wurden für mehr Abschattung und auch für mehr Biodiversität die Anpflanzung von zusätzlichen Bäumen gewünscht. Auf der großen Wiese zwischen dem Einkaufszentrum Weingarten und dem Dorfbach gibt es zwar schon einige Bäume. Aber an unserem Tisch wurde beklagt, dass es an heißen Sommern trotzdem zu wenig Schatten geben würde, um auf der Wiese relaxen zu können. Mein Vorschlag wäre, zu prüfen, ob es auf der Wiese einen geeigneten Platz gibt, um dort den ersten „Miniwald“ („Tiny-Forest“) Freiburgs anzupflanzen. Die Bäumchen und Sträucher könnten von interessierten BewohnerInnen von Weingarten unter Anleitung von GuTFachleuten oder einem externen Gärtner selbst angepflanzt werden, was auch ein kleiner Beitrag zum Zusammengehörigkeitsgefühl und zur Identität in Weingarten sein könnte. Das hat so schon in Mannheim-Lindenhof ganz gut geklappt – siehe:  https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/mannheim/tiny-forest-baeumewachsen-100.html

Ferner wurde an unserem Tisch diskutiert, dass man prüfen sollte, dass man Dachablaufwasser vom EKZ und benachbarten Gebäuden zumindest teilweise nicht mehr in die Kanalisation laufen lässt, sondern über Drainageleitungen in die Grünanlagen und zu den dort stehenden Bäume leiten kann. Hierzu könnten auch Versickerungsmulden und Verdunstungsbeete angelegt werden – wie sie derzeit am ehemaligen Flugplatz Tegel in Berlin getestet werden – siehe: 

https://www.tu.berlin/nachrichtendetails/gegen-hitze-in-der-stadt-verdunstungsbeetein-berlin-tegel-eroeffnet

Ein weiterer Gedanke, der an unserem Tisch geäußert worden ist: 

Im Zusammenhang mit der Renaturierung des Dorfbaches könnte die Brücke über den Dorfbach in Richtung Unterer Mühlenweg möglicherweise verbreitert werden. Die Brücke ist nur für FußgängerInnen zugelassen, wird aber trotz „Abschrankung“ oftmals auch von FahrradfahrerInnen (ohne Absteigen) genutzt. Mit einer Verbreiterung und einem dann möglichem getrenntem Fuß- und Fahrradweg wäre eine legale Nutzung auch für Veloisten möglich. 

Einig waren wir uns an unserem Tisch, dass die zunehmende Vermüllung in Weingarten – auch rund um den Marktplatz – „das am meisten Nervige in Weingarten“ darstellt. Da wäre mein Vorschlag, dass Sie zusammen mit „Freiburg packt an“, für jeden Samstagvormittag eine Müllsammelaktion von willigen BewohnerInnen von Weingarten organisieren – und am Ende gibt es für die TeilnehmerInnen auf dem 

Markt als Belohnung ein Brötchen mit Wurst oder etwas Vegetarischem. Bei 1,4 Mio. Euro aus der Städtebauförderung zur Neugestaltung des Fritz-Schieler-Platzes müsste das Kleingeld für so einen „materiellen Anreiz“ ja eigentlich mitdrin sein. 

Die Müllsammelaktion während der vormittäglichen Marktplatzzeit hätte den Vorteil, dass das Müllsammeln von möglichst vielen Menschen gesehen wird – so dass sich die eine oder der andere vielleicht entschließt, das nächste Mal mitzumachen oder sich zumindest mal Gedanken macht, dass es blöd ist, seinen Müll einfach auf die Straße und in die Grünanlagen zu werfen.  

Sollte man sich zu einer solchen Müllsammelaktion entschließen, wäre es zwecks 

Popularisierung gut, wenn sich der OB (u.a. auch als Ausdruck seiner generellen Wertschätzung für Weingarten) zumindest am ersten Aktionstag an der Müllsammlung beteiligen würde. 

Man könnte mit einem derartigen Vorgehen an eine gute Tradition im Lorettobad vor 60 Jahren anknüpfen: Damals gab es für die Kinder, die abends das „Guzzelepapier“ und anderen Abfall von der Liegewiese zusammengesammelt und an der Kasse oder bei den BademeisterInnen abgegeben haben, für den nächsten Badbesuch eine Freikarte. Fleißige MüllsammlerInnen unter den Kindern konnten sich damit fast über die ganze Badesaison hinweg den freien Zugang zum Lorettobad sichern.  🙂 

Danke übrigens auch für Ihre kindgerechte Ansprache bei der Kinder- und Jugendbeteiligung am Montagnachmittag! Besonders gut hat mir gefallen, wie Sie erklärt haben, dass Kinder bis zur Verwirklichung der Pläne Geduld haben müssten: „Es dauert noch zweimal Weihnachten, bis alles fertig ist.“ 

Freundliche Grüße 

Welche Schwammstadt-Maßnahmen in Freiburg demnächst mit Hilfe von Bundesmitteln realisiert werden? 

Dazu hat das städtische Presseamt am 15. August 2025 die folgende Pressemitteilung veröffentlicht. Darin wird auch zuvor erwähnte Renaturierung des Haslacher Dorfbaches im Abschnitt Weingarten erwähnt:

Bund fördert Klimaanpassung: Knapp zwei Millionen Euro für sieben Projekte 

Rekordtemperaturen, Tropennächte, Starkregen und immer längere Trockenperioden – der Klimawandel ist kein Phänomen der Zukunft, sondern bereits heute Realität in Freiburg. Deshalb hat die Stadt eine umfassende Klimaanpassungsstrategie erarbeitet, um gut auf die Folgen vorbereitet zu sein. Der Bund fördert mit dem Programm „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ in den kommenden zwei Jahren sieben neue Projekte. Die förderfähigen Gesamtkosten betragen 2,4 Millionen Euro (Bund: 1,92 Millionen Euro, Eigenanteil der Stadt: 480.000 Euro). 

Bürgermeister Martin Haag freut sich über die Unterstützung aus Berlin: „Mit den Fördergeldern können wir G rünflächen neu gestalten, versiegelte Flächen aufbrechen, mehr Bäume pflanzen und die Artenvielfalt in Freiburg stärken. Damit passt sich unsere Stadt nicht nur besser an die immer heißeren Sommer an, sondern wir schaffen mit den sieben Projekten des Garten- und Tiefbauamts auch neue Erholungsorte für alle Freiburger*innen.“ 

Die geförderten Projekte im Überblick: 

Zollhallenplatz: Das GuT pflanzt hier Bäume und entsiegelt Teile des Platzes. So wird der Hitze-Hotspot in Brühl spürbar angenehmer. Die Aufwertung ist Teil des städtischen Projekts „Freiburger Grünoasen“. 

Platz der Zähringer: Auf dem bisher komplett versiegelten Platz pflanzt das GuT Bäume, die Schatten spenden und das Stadtbild verschönern. Auch dieses Vorhaben ist Teil der Freiburger Grünoasen. 

Dietenbachpark: Durch das Förderprogramm können zusätzliche Spazierwege auf Erweiterungsflächen mit Bäumen und Langgraswiesen geschaffen werden. In einem weiteren Schritt könnten dann weitere Ausstattungsangebote entstehen, diese werden für den neuen Doppelhaushalt angemeldet. 

Haslacher Dorfbach: Die Renaturierung des Bachs im Sanierungsgebiet Sulzburgerstraße umfasst die Entfernung von Querbauwerken und die naturnahe Gestaltung der Ufer. 

Fürstenbergstraße/Türkenlouisstraße: Das GuT wandelt hier Teile einer SchotterParkfläche in eine Grünfläche um. Gleichzeitig wird der Gehweg erneuert, es komme Bäume am Wegrand dazu und zusätzliche Bänke laden zum Verweilen ein. So entsteht ein schattiger Treffpunkt für die Nachbarschaft. Dieses Projekt ist ebenfalls Teil der Freiburger Grünoasen. Baumpflanzungen Innenstadt: An verschiedenen Orten in der gesamten Innenstadt werden in bisher versiegelten Flächen Baumquartiere geschaffen und Bäume gepflanzt. Diese Pflanzungen sind Teil der Freiburger Grünoasen. 

Baumpflanzungen im Straßenbegleitgrün und in Grünanlagen: Zusätzlich plant das GuT im gesamten Stadtgebiet im Straßenbegleitgrün und in Grünanlagen 150 neue Bäume zu pflanzen. 

Die früher übliche Plasterung von Straßenrändern mit Kopfsteinpflaster (wie hier in der Freiburger Mercystraße) hatte den Vorteil, dass zumindest ein bisschen des von der Straße ablaufenden Regenwasser versickern konnte. (Foto: regioWASSER e.V., 2024) 

Schwammstadt: 

Ökologische und energetische Mustersiedlung säuft ab 

Die eigentlich beispielgebende „Ressourcenschutzsiedlung“ im Ortsteil Kaster der Kommune Bedberg im rheinisch-westfälischen Braunkohlerevier hat dem Starkniederschlag am 9. Sept. 2025 im westlichen NRW nicht standgehalten. Das Regenwasser stand bis zu 60 cm Höhe in der Mustersiedlung. Die „Ressourcenschutzsiedlung“ zeichnet sich durch ressourcenschonende Materialen und Bauweisen und eine nachhaltige Versorgung mit Energie (kaltes Nahwärmenetz mit dezentralen Wärmepumpen in den einzelnen Gebäuden) aus. Entsprechend der ökologischen Ansprüche wird das Neubaugebiet nicht mit einer Mischwasserkanalisation, sondern im Trennsystem entwässert: Dabei wird das anfallenden Regenwasser aus der Niederschlagswasserkanalisation über einen Absetzschacht in ein Versickerungsbecken mit Kiesrigole geführt und dort ins Grundwasser eingeleitet. Das Versickerungsbecken hat ein Volumen von rd. 630 m³, die Kiesrigole von rd. 950 m³. Die Größe der entwässerten Verkehrsflächen beläuft sich auf rd. 8.000 m². Beim Starkregen am 9. Sept. 2025 ergossen sich aber derart gewaltige Wassermassen über Bedberg, dass sich die Dimensionierung der Niederschlagsentwässerung in der „Ressourcenschutzsiedlung“ als unzureichend erwiesen hatte. In Bedburg wurden von Montagnacht bis  Dienstagvormittag (09.09.) um 11 Uhr 145 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen. Dies ist für NRW ein Rekordwert. Der Megaregen brachte das Versickerungsbecken zum Überlaufen. In der Neubausiedlung wurde das Erdgeschoss zahlreicher Gebäude geflutet. Die Entwässerungskonzeption war nur auf ein 

100jährliches Niederschlagsereignis ausgerichtet worden. Lt. dem Bürgermeister von 

Bedburg,  Sascha Solbach (SPD), sei man darauf vorbereitet gewesen, dass die Gewitterfront über die Stadt hinwegziehen würde. Man habe entsprechende Maßnahmen getroffen. Allerdings sei es „einfach zu viel auf einmal“ gewesen. Wer mehr über das Überflutungs-Desaster in der Mustersiedlung mit Schwammstadt-Anspruch wissen will, kann in seine Suchmaschine „ressourcenschutzsiedlung bedburg-kaster starkregen“ eintippen. Besser als in Bedburg ist es offenbar im niederösterreichischen Amstetten gelaufen – siehe nächste Notiz.    

Amstetten/Niederösterr.:  

Schwammstadt verkraftet Rekordniederschlag 

Im September 2024 hatte das Tief Boris halb Mittel- und Osteuropa unter Wasser gesetzt – nur die nach Schwammstadt-Prinzipien umgestaltete Innenstadt von Amstetten in Niederösterreich konnte den verheerenden Niederschlägen trotzen. Wie kam es dazu? Beim Umbau von Amstetten zur Schwammstadt handelt es sich um ein Vorzeigeprojekt für ganz Niederösterreich. Zudem gilt die Umgestaltung des Stadtzentrums in Amstetten als eines der größten Schwammstadtprojekte in Österreich. Bemerkenswert ist, dass die dortige Stadtverwaltung gemeinsam mit der „Kampagne Stadterneuerung in Niederösterreich“ auf intensive Bürgerbeteiligung setzt. „Über 10.000 Personen nahmen bislang aktiv am Stadterneuerungsprozess teil“, wird der Amstetter Vizebürgermeister auf  

https://www.amstetten.at/aktuelles/in-amstetten-entsteht-noes-groessteschwammstadt

zitiert. Mit „Stadt-Safaris“ – sprich mit Baustellenführungen – hatte die Stadtverwaltung den in großer Zahl interessierten BürgerInnen die Fortschritte beim Umbau des Hauptplatzes zu einer schwammstadtgerechten Lokalität erläutert. Die Baustellenführungen waren auch dazu gut, um noch vorhandene Vorbehalte auszuräumen. Hier geht es zum TV-Bericht eines Lokalsenders über eine frühe „Stadt-Safari“ im Jahr 2023.  

Auch während der Umsetzungsphase gibt es Mitsprachemöglichkeiten für die BürgerInnen, heißt es. In ausführlichen Fotodokumentationen wurde die Einwohnerschaft über die Baufortschritte und über die Einschränkungen infolge der Bauarbeiten informiert – siehe: 

https://www.amstetten.at/serviceleistung/infohauptplatz

Entsiegelungsmaßnahmen heißen  auf österreichisch übrigens „Aufriss-Projekte“ Am 31.10.24 ist das neugestaltete Zentrum von Amstetten dann offiziell eröffnet worden – und hatte kurz zuvor im Sept. 2024 seine erste große Bewährungsprobe zu bestehen gehabt. Die Rekordniederschläge im September über Ost- und Mitteleuropa waren ein Härtetest, dem der Hauptplatz aber gewachsen war: Das Wasseraufnahmesystem „am Hauptplatz konnte die gesamte Regenmenge aufnehmen, die Kanalisation entlasten und damit Überflutungen im Innenstadtbereich verhindern“, konnten wir in der Winterausgabe 24 des „MAGAZINS ZUR DORF- UND STADTERNEUE-

RUNG IN NIEDERÖSTERREICH“ (S. 9) lesen. 

Berlin: 

Regenwasser in den Boden und nicht in die Kanalisation! 

Welche Grundstücke in Berlin können zumindest teilweise von der (Mischwasser)Kanalisation abgekoppelt werden? Dazu können Interessierte jetzt grundstückscharf Abkopplungspotenzial- und Versickerungspotenzialkarten anklicken. Beim Klick auf das betreffende Grundstück erfährt man, ob der Boden und der Grundwasserstand eine Versickerung erlauben und wie viel Prozent des Niederschlags durch unterschiedliche Versickerungstechniken von der Kanalisation abgekoppelt werden können. Außerdem kann man auch die Hausdächer (beispielsweise in seiner Straße) anklicken, um zu sehen, welche Dächer sich für eine Dachbegrünung eignen. Warnend wird darauf hingewiesen, dass die Karten nur zu einer „groben Ersteinschätzung“ tauglich sind. Die Karten könnten Vor-Ort Untersuchungen bzw. Fachplanungen nicht ersetzen. Beispielsweise wurden Altlasten und Leitungen im Untergrund nicht berücksichtigt. Aber die von der Berliner Regenwasseragentur in Auftrag gegebenen Karten sind eine prima Sache, um zumindest mal eine Diskussion zu starten, was auf dem jeweiligen Grundstück bzw. Dach alles möglich wäre. Viele andere Großstädte könnten sich da einmal mehr wieder etwas von der Berliner Regenwasseragentur abschauen. Die Karten samt Erläuterungen und Anmerkungen zur Grenze der jeweils gewählten Methodik gibt es unter https://regenwasseragentur.berlin/planen-undumsetzen/abkopplungspotenzialkarten/

„Deutschland will die Schwammstadt“ 

So lautet das Fazit, dass die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) aus einer von ihr in Auftrag gegebenen Meinungsumfrage gezogen hat.  In den anlässlich der „Woche der Klimaanpassung“ (15. – 19.09.25) veröffentlichten Ergebnissen der Umfrage heißt es, dass „fast 90 Prozent der Befragten (…) mehr Grün und Blau in ihrer Stadt“ wünschen würde. Ferner sei „mehr Klimaanpassung und auch mehr Starkregenvorsorge“ gefragt.  

„Überwältigende 72 Prozent“ der vom Meinungsforschungsinstitut Civey Befragten „würden stärkere Investitionen in diesen Bereichen in ihrer Kommunen ‚auf jeden Fall‘ begrüßen. Weitere 14 Prozent sehen mit ‚eher ja‘ Investitionen in blaugrüne Infrastrukturen ebenfalls positiv. Auf direkte Ablehnung stoßen diese Konzepte zur Klimaanpassung bei lediglich fünf Prozent der Befragten. Das 

Schwammstadtkonzept überzeugt die Bürgerinnen und Bürger“ Für die DWA stellen die  Umfrageergebnisse  

„einen klaren Handlungsauftrag für Bund, Länder und Kommunen dar. Wasser ist der zentrale Baustein der Klimaanpassung. Für eine jederzeit sichere Wasserversorgung von Mensch, Natur und Industrie braucht Deutschland flächendeckend einen naturnahen Landschaftswasserhaushalt. Städte und Gemeinden müssen zudem wasserbewusst – blau-grün – geplant und umgebaut werden. (…) Grünblaue Städte sind die nachhaltige Antwort auf die Herausforderungen der Zukunft.“  

Das Marktforschungsunternehmen Civey hatte im Auftrag der DWA Mitte September 

5.000 Bürgerinnen und Bürger zu Ihrer Einschätzung der Klimaanpassung und der Hochwasservorsorge in ihren Kommunen befragt. Bezüglich der Hochwasservorsorge würde „aktuell (…) nur eine Minderheit der Bevölkerung ihre Kommunen wirklich ausreichend auf Starkregen und Hochwasser vorbereitet“ sehen. 

„Lediglich zwölf Prozent der Befragten antworteten auf die entsprechende Frage mit ‚ja, auf jeden Fall‘. Immerhin 29 Prozent entschieden sich für ‚eher ja‘. Auf der anderen Seite stehen aber jeweils rund ein Viertel der Bevölkerung, die die aktuelle Vorsorge gegen Starkregen und Hochwasser als unzureichend einstufen, konkret ‚auf keinen Fall‘ (23 Prozent) und ‚eher nein‘ (23 Prozent).“ Die Grafik „Deutschland will die Schwammstadt“ finden unsere-LeserInnen auf: https://dfs12e.dwa.de/de/pressematerial.html  

Schwammstadt- Nachrichten für Freiburg – und darüber hinaus, 08.10.2025  – S. 11 von 12 

 Der Aus- und Neubau der unterirdischen Infrastruktur (hier in der Lörracherstraße in Freiburg im Sept. 25) wird noch viel zu wenig genutzt, um „synergistisch“ (also auch zeit- und kostensparend) Schwammstadt-Maßnahmen zu realisieren. (Foto: regioWASSER e.V., 2025)

Fernwärmeausbau triggert die  

Transformation zur Schwammstadt 

Den letzten Schwammstadt-Nachrichten lag ein Fachzeitschriftenaufsatz zur Nutzung des Fernwärmeausbaus als Hebel zum Voranbringen von SchwammstadtMaßnahmen bei. In der Freiburger Stadtverwaltung will man davon wenig wissen. Deshalb hier ein weiteres Beispiel, wie in anderen Kommunen die Synergien zwischen Fernwärmeausbau und Schwammstadt-Realisierung genutzt werden: 

Auch in Schaffhausen in der Schweiz wird der Fernwärmeausbau als Hebel genutzt, um den Umbau zur Schwammstadt voranzubringen. Dort wo ohnehin Fernwärmeleitungen verlegt werden, wird zugleich die sonstige unterirdische Infrastruktur („Werkleitungen“) erneuert. Anschließend werden die Schammstadt-Maßnahmen in den jeweiligen Straßenzügen realisiert. 

„Bei der Gestaltung des Projektperimeters wird  auch die Klimastrategie berücksichtigt und das Prinzip der Schwammstadt umgesetzt: Wo möglich, werden Flächen entsiegelt, Bäume gepflanzt und wasserdurchlässige Materialien verwendet, um das Stadtklima und die Aufenthaltsqualität nachhaltig zu verbessern“, 

Schwammstadt- Nachrichten für Freiburg – und darüber hinaus, 08.10.2025  – S. 12 von 12 

berichtete nau.ch am 20.03.25 aus der Kantonshauptstadt am Hochrhein. Für die nachhaltige Stadterneuerung ist man in Schaffhausen auch bereit, zumindest einige Parkplätze zu opfern, um mehr Versickerungsflächen anzulegen. Den Kurzbericht gibt es zum Nachlesen unter 

https://www.nau.ch/ort/schaffhausen/schaffhausen-neugestaltung-vonrepfergasse-und-umgebung-66941391

Zu Schlechter letzt:  

Trump lässt Grenzzaun zu Mexiko schwarz streichen 

Während hierzulande darüber nachgedacht wird, zum Hitzeschutz die Dächer WEISS zu streichen, hat der US-Präsident Donald Trump ganz gegenteilige Ideen: Trump will Hitze als Grenzschutz einsetzen. Ein schwarzer Grenzzaun werde durch die Sonne stark aufgeheizt und so schwerer zu überklettern sein, berichtete das HANDESLBLATT am 21.08.25 – und weiter:.  

Washington. Der hohe Grenzzaun zu Mexiko soll auf Anordnung von US-Präsident Donald Trump schwarz gestrichen werden – damit er zu heiß zum Rüberklettern wird. Die Maßnahme sei an der gesamten Südgrenze der USA geplant, sagte Heimatschutzministerin Kristi Noem. 

Das gehe „speziell auf einen Wunsch des Präsidenten zurück, der versteht, dass in den hohen Temperaturen hier alles, was schwarz gestrichen ist, sich stärker aufheizt“, verkündete Noem. 

Die Ministerin betonte zugleich, dass der Zaun, der aus meterhohen Metallsäulen in kurzen Abständen besteht, „sehr schwer zu erklimmen“ sei, „fast unmöglich“. Auch rage die Konstruktion so tief in den Boden, dass es schwierig sei, einen Gang darunter zu graben. 

Trump hatte den Bau des Grenzzauns in seiner ersten Amtszeit an der gesamten Landgrenze zu Mexiko angeordnet. Er kündigte an, die Arbeiten in den kommenden Jahren abzuschließen. 

Nach Expertenschätzungen dürften die Kosten extrem hoch ausfallen, sollte die 

Grenzbefestigung entlang der mehr als 2000 Kilometer langen Grenze zwischen den USA und Mexiko komplett schwarz gestrichen werden. In US-Medien wird eine Zahl von 2,5 Milliarden Dollar genannt.