Möglichst viele Bäume – und dazu möglichst groß und alt – sind essenziell für die Schwammstadt! In vielen Straßenzügen im Stadtteil Stühlinger gibt es erfreulich viele Straßenbäume. Diese haben allerdings schwer zu kämpfen.
- Denn die Baumscheiben (und damit in der Regel auch der Wurzelraum) sind in
den Regel viel zu gering bemessen. - Dazu kommt, dass die meisten Baumscheiben standardmäßig aufgekantet sind, so dass abfließendes Gehwegwasser keine Chance hat, in den Wurzelraum einzudringen.
- Darüber hinaus werden durch das „wilde“ Abstellen von Fahrrädern in der Nähe
des Hauptbahnhofes die Baumscheiben so verdichtet, dass auch deshalb die
Wurzeln der Bäume unter Wasser- und Luftmangel leiden.

Bei einem „Schwammstadt-Spaziergang“ durch den Stühlinger lassen sich aber noch viel
mehr Hemmnisse auf dem Weg zu Schwammstadt verdeutlichen:
- Beispielsweise fehlt über Tiefgaragen eine genügend mächtige Erdschicht,
um mit Erfolg, den dort gepflanzten Bäumen das Überleben zu sichern. - In einigen Straßen im Stühlinger fehlt komplett jegliches Grün – also
weder Bäume am Straßenrand noch Kletterpflanzen an den kahlen Hauswänden
– dafür um so mehr „ruhender Verkehr“. - Das Wasser in den Laufwasserbrunnen läuft völlig ungenutzt in die Kanalisation.
Man sollte prüfen, ob in Dürrezeiten das Ablaufwasser in den
Brunnen über perforierte Drainagerohre dem Wurzelraum der umstehenden
Bäume zugeleitet werden kann. - Bei der von uns – neben Baumanpflanzungen – favorisierten Fassadenbegrünung
gilt es, viele Details zu beachten, damit die Anpflanzung von
Kletterpflanzen nicht im Frust endet. - Wenn gepflastert wird, sollte auf genügend breite Fugen geachtet werden,
damit es tatsächlich zu einer nennenswerten Versickerung auf Gehwegen
und Parkplätzen kommt. Dabei ist aber gleichermaßen auf Barrierefreiheit
zu achten – beispielsweise für die NutzerInnen von Rollstühlen
und Rollatoren. - Wenn im Stühlinger weitere Fernwärmeleitungen verlegt werden, sollte
man schauen, dass man nach dem „Huckepack-Verfahren“ in einem Zuge
auch Schwammstadtmaßnahmen mit voranbringen kann. Die Anwendbarkeit
des „Huckepack-Verfahrens“ sollte bei jeglichem Aus- und Neubau
der unterirdischen Infrastruktur sowie bei Straßensanierungsmaßnahmen
systematisch geprüft werden.
Mehr zu all diesen Aspekten in der reich bebilderten Dokumentation im PDF.