Ein bebildeter Schwammstadt-Spaziergangdurch den Stadtteil Freiburg-Stühlinger

Möglichst viele Bäume – und dazu möglichst groß und alt – sind essenziell für die Schwammstadt! In vielen Straßenzügen im Stadtteil Stühlinger gibt es erfreulich viele Straßenbäume. Diese haben allerdings schwer zu kämpfen.

  • Denn die Baumscheiben (und damit in der Regel auch der Wurzelraum) sind in
    den Regel viel zu gering bemessen.
  • Dazu kommt, dass die meisten Baumscheiben standardmäßig aufgekantet sind, so dass abfließendes Gehwegwasser keine Chance hat, in den Wurzelraum einzudringen.
  • Darüber hinaus werden durch das „wilde“ Abstellen von Fahrrädern in der Nähe
    des Hauptbahnhofes die Baumscheiben so verdichtet, dass auch deshalb die
    Wurzeln der Bäume unter Wasser- und Luftmangel leiden.
Die Baumscheiben entlang der Wentzingerstraße auf der Westseite des Freiburger Hauptbahnhofs
werden als Fahrradabstellplatz missbraucht. Das führt zu einer starken Verdichtung
des Wurzelraums.
(c) regioWASSER e.V. 2024

Bei einem „Schwammstadt-Spaziergang“ durch den Stühlinger lassen sich aber noch viel
mehr Hemmnisse auf dem Weg zu Schwammstadt verdeutlichen:

  • Beispielsweise fehlt über Tiefgaragen eine genügend mächtige Erdschicht,
    um mit Erfolg, den dort gepflanzten Bäumen das Überleben zu sichern.
  • In einigen Straßen im Stühlinger fehlt komplett jegliches Grün – also
    weder Bäume am Straßenrand noch Kletterpflanzen an den kahlen Hauswänden
    – dafür um so mehr „ruhender Verkehr“.
  • Das Wasser in den Laufwasserbrunnen läuft völlig ungenutzt in die Kanalisation.
    Man sollte prüfen, ob in Dürrezeiten das Ablaufwasser in den
    Brunnen über perforierte Drainagerohre dem Wurzelraum der umstehenden
    Bäume zugeleitet werden kann.
  • Bei der von uns – neben Baumanpflanzungen – favorisierten Fassadenbegrünung
    gilt es, viele Details zu beachten, damit die Anpflanzung von
    Kletterpflanzen nicht im Frust endet.
  • Wenn gepflastert wird, sollte auf genügend breite Fugen geachtet werden,
    damit es tatsächlich zu einer nennenswerten Versickerung auf Gehwegen
    und Parkplätzen kommt. Dabei ist aber gleichermaßen auf Barrierefreiheit
    zu achten – beispielsweise für die NutzerInnen von Rollstühlen
    und Rollatoren.
  • Wenn im Stühlinger weitere Fernwärmeleitungen verlegt werden, sollte
    man schauen, dass man nach dem „Huckepack-Verfahren“ in einem Zuge
    auch Schwammstadtmaßnahmen mit voranbringen kann. Die Anwendbarkeit
    des „Huckepack-Verfahrens“ sollte bei jeglichem Aus- und Neubau
    der unterirdischen Infrastruktur sowie bei Straßensanierungsmaßnahmen
    systematisch geprüft werden.

Mehr zu all diesen Aspekten in der reich bebilderten Dokumentation im PDF.